Sie hat ein Arbeitsweise-Problem.
Das VDIV-Branchenbarometer 2026 liefert zwei Zahlen, die nebeneinander wehtun. Die befragten Immobilienverwaltungen haben ihren Umsatz 2025 im Schnitt um 7,7 Prozent gesteigert — der deutsche Mittelstand kam im selben Jahr nominal auf 1,2 Prozent. Und trotzdem melden 62,1 Prozent der Unternehmen, personell überlastet zu sein. Mehr als die Hälfte bekommt offene Stellen nicht besetzt.
Die übliche Deutung lautet: Fachkräftemangel. Mehr ausbilden, besser bezahlen, attraktiver werden.
Ich halte das für die bequeme Hälfte der Wahrheit. Wer wächst und gleichzeitig am Limit ist, hat nicht zu wenige Leute. Er hat zu viel Arbeit, die keine Arbeit ist: dasselbe Datum in vier Programme tippen, einen Beleg suchen, der längst abgelegt wurde, eine Frist im Kopf behalten, weil sie nirgends steht.
Bei mir sind in den letzten vier Wochen 494 fertige Antwortentwürfe entstanden. Gelesen, korrigiert und freigegeben habe ich jeden einzelnen selbst. Weggefallen ist nicht das Denken. Weggefallen ist das Suchen, Abtippen und Hinterherlaufen.
Eine Stelle, die ich nicht besetzen muss, kostet kein Gehalt. Sie kostet einmal eine Entscheidung.
Und genau deshalb lasse ich das Argument nicht gelten, Veränderung sei gerade nicht drin. Eine Branche, die sechsmal schneller wächst als der Mittelstand, kann sie sich leisten. Sie will nur nicht anfangen.
Was war in Ihrer letzten Woche die Aufgabe, bei der Sie am deutlichsten gedacht haben: Das müsste eigentlich niemand von Hand machen?
Diesen Beitrag hat Ariel Daul am 21. September 2026 auf LinkedIn veröffentlicht. Dort schreibt er regelmäßig darüber, wie sich WEG-Verwaltung mit KI und Automatisierung verändert — und was davon im Alltag einer Gemeinschaft wirklich ankommt.
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