
Acht Übernahmen in den letzten Monaten. Acht Mal habe ich dieselbe Begründung gehört: Mit der Leistung war die Gemeinschaft nicht zufrieden.
Der Preis kam immer erst danach — und nie allein. Meist stand eine Erhöhung an, für die niemand eine Gegenleistung erkennen konnte. Das ist der Moment, in dem Beiräte anfangen zu rechnen: nicht weil das Honorar zu hoch wäre, sondern weil es in keinem Verhältnis mehr steht zu dem, was tatsächlich ankommt.
Gewechselt wird erst, wenn beides zusammenkommt. Schlechte Leistung allein wird erstaunlich lange ertragen — man kennt sich, man will keinen Ärger, ein Wechsel macht Arbeit. Ein hoher Preis allein bewegt niemanden, solange die Arbeit sichtbar ist. Erst die Kombination bringt den Beschluss zustande.
Daraus folgt etwas, das viele Kollegen nicht hören wollen: Der Preiskampf in dieser Branche ist ein Scheingefecht. Wer sein Honorar verteidigt, verteidigt die falsche Flanke. Mandate gehen nicht an den günstigeren Anbieter verloren, sondern an die eigene Rückstandsliste — die Abrechnung, die im zweiten Jahr noch fehlt; der Beschluss, der seit zwei Versammlungen nicht umgesetzt ist; die Mail, die niemand beantwortet.
Umgekehrt heißt das aber auch: Wer liefert, muss sich für seinen Preis nicht entschuldigen. Ich habe noch keine Gemeinschaft erlebt, die eine funktionierende Verwaltung wegen ein paar Euro im Monat ausgetauscht hätte.
Eine Frage an die Beiräte hier: Wann haben Sie zuletzt ernsthaft über einen Wechsel nachgedacht — und war es wirklich der Preis?
Diesen Beitrag hat Ariel Daul am 25. September 2026 auf LinkedIn veröffentlicht. Dort schreibt er regelmäßig darüber, wie sich WEG-Verwaltung mit KI und Automatisierung verändert — und was davon im Alltag einer Gemeinschaft wirklich ankommt.
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